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Eine Person schlägt einen Fachbegriff in einem Fotografie-Lexikon nach.

Fotografie-Lexikon

Von A wie Available Light bis W wie Weißabgleich: Wir erklären die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Fotografie verständlich und praxisnah.

A

After-Wedding-Shooting

Ein After-Wedding-Shooting findet nach der Hochzeit statt, häufig Wochen oder Monate später, noch einmal in Kleid und Anzug. Der Vorteil liegt in der Ruhe: kein Zeitdruck, freie Wahl von Location, Tageszeit und Wetter – in Hamburg etwa am Elbstrand oder in der Speicherstadt zur blauen Stunde. Es ersetzt keine Begleitung des Hochzeitstags, ergänzt sie aber um Bilder, für die am Tag selbst nie Zeit bleibt. Gebucht wird es meist als eigenes Paket von ein bis drei Stunden.

Auflösung

Die Auflösung gibt an, aus wie vielen Bildpunkten ein Foto besteht, meist angegeben als Breite mal Höhe in Pixeln. Für Social Media und Websites reichen kleine Auflösungen völlig, für Druck brauchst du deutlich mehr – als Richtwert gelten 300 Bildpunkte pro Zoll bei der gewünschten Druckgröße. Ein Bild lässt sich verkleinern, ohne dass es leidet, aber nicht sinnvoll vergrößern. Frag deshalb vor der Buchung, in welcher Auflösung geliefert wird, wenn du die Bilder drucken oder großformatig einsetzen willst.

Ausfallhonorar

Das Ausfallhonorar ist der Betrag, den ein Fotograf verlangen kann, wenn du einen fest vereinbarten Termin absagst. Rechtlich steht dahinter Paragraf 648 BGB: Kündigen darfst du jederzeit, der Fotograf behält aber grundsätzlich seinen Vergütungsanspruch und muss sich nur anrechnen lassen, was er sich erspart oder anderweitig verdient. Einen einheitlichen Branchensatz gibt es nicht – was konkret gilt, steht in den AGB oder im Vertrag. Lies diesen Punkt vor der Buchung, besonders bei Hochzeiten, wo Termine ein Jahr im Voraus blockiert werden.

Available Light

Available Light heißt, dass ausschließlich mit dem vorhandenen Licht gearbeitet wird – Tageslicht, Fensterlicht oder die Beleuchtung vor Ort – ohne Blitz und ohne zusätzliche Lampen. Die Bilder wirken dadurch natürlicher und weniger inszeniert, viele Reportage- und Hochzeitsfotografen bevorzugen diesen Stil. Der Preis dafür ist weniger Kontrolle: Wetter, Uhrzeit und Raumsituation bestimmen mit, wie das Ergebnis aussieht. In Hamburger Altbauwohnungen mit großen Fenstern funktioniert Available Light hervorragend, in dunklen Locations stößt es an Grenzen.

B

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit gibt an, wie lange der Sensor Licht sammelt – von Bruchteilen einer Sekunde bis zu mehreren Minuten. Kurze Zeiten frieren Bewegung ein, lange Zeiten lassen sie verwischen. Für Porträts aus der Hand braucht es meist mindestens ein Zweihundertstel, damit weder Verwacklung noch kleine Bewegungen sichtbar werden. Bei Hochzeiten in dunklen Kirchen oder Restaurants wird genau dieser Wert zum Engpass, weshalb dort lichtstarke Objektive zum Einsatz kommen.

Biometrisches Passbild

Ein biometrisches Passbild erfüllt die Vorgaben für Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel: frontale Kopfhaltung, neutraler Gesichtsausdruck, gleichmäßiger Hintergrund und festgelegte Gesichtsmaße. Seit dem 1. August 2025 muss es in Deutschland digital an die Behörde übermittelt werden – Papierbilder, Dateien auf USB-Stick oder per E-Mail werden nicht mehr angenommen. Du hast zwei Wege: die Aufnahme direkt im Kundenzentrum am Terminal für 6 Euro oder beim Fotografen, der das Bild verschlüsselt hochlädt und dir einen Code mitgibt. Dieser Code enthält selbst keine Bilddaten und ist in der Regel mehrere Monate gültig.

Blende

Die Blende ist die verstellbare Öffnung im Objektiv, durch die das Licht auf den Sensor fällt. Sie steuert zwei Dinge gleichzeitig: wie hell das Bild wird und wie viel davon scharf ist. Eine weit geöffnete Blende, erkennbar an einer kleinen Zahl wie f/1.8, lässt viel Licht herein und stellt nur eine dünne Ebene scharf – klassisch für Porträts mit weichem Hintergrund. Eine geschlossene Blende wie f/11 bringt Vorder- und Hintergrund gemeinsam in die Schärfe, etwa bei Gruppenbildern.

Bokeh

Bokeh bezeichnet die Qualität der Unschärfe im Hintergrund eines Bildes – nicht einfach die Tatsache, dass etwas unscharf ist, sondern wie diese Unschärfe aussieht. Gutes Bokeh löst Lichtpunkte in weiche, runde Flächen auf und lässt das Motiv förmlich vor dem Hintergrund schweben. Erzeugt wird es durch eine weit geöffnete Blende, eine längere Brennweite und genug Abstand zwischen Motiv und Hintergrund. Wenn du Porträts magst, bei denen die Umgebung nur noch als Farbfläche erscheint, ist das der Effekt, den du meinst.

Brennweite

Die Brennweite, angegeben in Millimetern, bestimmt den Bildwinkel und damit auch, wie Proportionen wirken. Kurze Brennweiten erfassen viel, lassen Nahes aber größer erscheinen – Nasen wirken im Porträt schnell zu präsent. Längere Brennweiten zwischen 85 und 135 Millimetern gelten deshalb als klassische Porträtbrennweiten: Sie schmeicheln den Gesichtszügen und trennen das Motiv sauber vom Hintergrund. Der Fotograf steht dabei weiter weg, was vielen Menschen vor der Kamera zusätzlich angenehm ist.

Business-Fotografie

Business-Fotografie umfasst alle Aufnahmen, die Unternehmen nach außen repräsentieren: Mitarbeiterporträts, Teambilder, Aufnahmen aus dem Arbeitsalltag und Bilder für Website, Karriereseite und Presse. Der Unterschied zum privaten Porträt liegt weniger in der Technik als in der Nutzung – gewerbliche Nutzungsrechte sind fester Bestandteil und schlagen sich im Preis nieder. Für größere Teams rechnen Anbieter mit rund 30 Minuten für die erste Person und fünf bis zehn Minuten je weiterer. Das ist die Zahl, mit der du planen kannst, wenn ein ganzes Team fotografiert werden soll.

C

Croppen

Croppen bedeutet, einen Ausschnitt aus einem Bild zu wählen und den Rest zu entfernen. Das ist der schnellste Weg, ein Foto in ein anderes Format zu bringen – etwa ein Hochformat für ein Bewerbungsfoto in ein Quadrat fürs Profilbild. Jeder Beschnitt kostet allerdings Auflösung und verändert die Bildwirkung, weil sich die Anordnung im Rahmen verschiebt. Besser ist es, dem Fotografen vorher zu sagen, welche Formate du brauchst, damit er sie direkt passend aufnimmt.

F

Fine-Art-Fotografie

Fine-Art-Fotografie versteht das Bild als eigenständiges Kunstwerk und nicht als Abbildung eines Auftrags. Die Aufnahme folgt einer künstlerischen Idee, oft mit starker Bildsprache, reduzierter Farbigkeit und aufwendiger Inszenierung. Im Porträtbereich begegnet dir der Begriff vor allem bei Hochzeits- und Paarfotografie, wo er für eine sehr durchkomponierte, an Malerei erinnernde Ästhetik steht. Wenn ein Anbieter so wirbt, schau dir genau an, ob dir diese Handschrift zusagt – sie ist prägender als bei dokumentarischen Stilen.

G

Getting Ready

Als Getting Ready bezeichnet man die Vorbereitungsphase am Hochzeitsmorgen: Haare, Make-up, Anziehen, die letzten Handgriffe. Fotografisch ist sie beliebt, weil hier ruhige, konzentrierte Momente entstehen, bevor der Tag Fahrt aufnimmt. Sie kostet aber Begleitzeit – bei Paketen, die nach Stunden kalkuliert sind, entscheidet die Frage schnell über eine ganze Preisstufe. Wenn dir diese Bilder wichtig sind, sag es bei der Anfrage, sonst beginnt die Begleitung oft erst zur Trauung.

Goldene Stunde

Als Goldene Stunde bezeichnet man die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang, in der das Licht flach einfällt und warm gefärbt ist. Hauttöne wirken dann weicher, Schatten laufen länger und sanfter aus, und der Himmel liefert eine Farbigkeit, die sich im Studio nur mit Aufwand nachbauen lässt. In Hamburg verschiebt sich dieses Zeitfenster stark: Im Juni beginnt es weit nach 21 Uhr, im Dezember schon am Nachmittag. Wenn dir diese Lichtstimmung wichtig ist, sprich den Termin früh ab, denn das Fenster ist nur etwa 30 bis 60 Minuten lang.

Goldener Schnitt

Der Goldene Schnitt ist eine Gestaltungsregel, die ein Bild ungefähr im Verhältnis 1 zu 1,618 teilt. Sitzt das Hauptmotiv auf einer dieser Linien statt exakt in der Bildmitte, wirkt die Aufnahme ruhiger und ausgewogener. In der Praxis arbeiten die meisten Fotografen mit der vereinfachten Drittelregel, die demselben Prinzip folgt und sich im Sucher einblenden lässt. Für dich heißt das vor allem: Ein Porträt, auf dem du nicht mittig stehst, ist keine Nachlässigkeit, sondern eine bewusste Entscheidung.

H

Headshot

Ein Headshot ist ein eng geschnittenes Porträt, das Kopf und Schultern zeigt und vor allem für berufliche Zwecke genutzt wird – Profilbilder, Team-Seiten, Pressemappen. Gefragt sind ein neutraler oder ruhiger Hintergrund, gleichmäßiges Licht und ein Ausdruck, der zugänglich wirkt, ohne gestellt zu sein. Der Termin ist kurz, oft 30 Minuten, das Ergebnis dafür sehr klar definiert. In Hamburg bewegen sich einzelne Headshots meist zwischen 150 und 500 Euro, je nachdem wie viele bearbeitete Varianten enthalten sind.

High Key

High Key ist das Gegenstück zu Low Key: Das Bild lebt von hellen Tönen, weichen Schatten und oft einem fast weißen Hintergrund. Die Wirkung ist leicht, freundlich und offen, weshalb Familien-, Baby- und Beautyaufnahmen häufig so gestaltet werden. Auch hier entsteht der Effekt durch die Beleuchtung und nicht durch Aufhellen am Rechner. Wichtig zu wissen: Auf High-Key-Bildern fallen Hautunreinheiten weniger auf, dafür verzeiht die Technik kaum Fehler beim Weißabgleich.

Hochzeitsreportage

Eine Hochzeitsreportage begleitet den Tag dokumentarisch statt inszeniert: Der Fotograf hält fest, was ohnehin passiert, und stellt nur wenige Szenen nach. Typisch ist eine Begleitung über mehrere Stunden, vom Getting Ready bis in den Abend, mit mehreren hundert Bildern als Ergebnis. Der Gegenentwurf ist die klassische Hochzeitsfotografie mit geplanten Gruppen- und Paarbildern – die meisten Anbieter mischen beides. Frag im Vorgespräch nach, wie hoch der inszenierte Anteil ist, denn genau daran unterscheiden sich die Handschriften.

Hohlkehle

Eine Hohlkehle ist der fugenlose Übergang zwischen Wand und Boden im Fotostudio, meist als gebogene Fläche ausgeführt oder durch eine durchgehende Papierrolle erzeugt. Dadurch entsteht ein Hintergrund ohne sichtbare Kante, vor dem Personen frei zu schweben scheinen. Sie ist die Grundlage für saubere Freisteller, Ganzkörperaufnahmen und Produktbilder. Wenn ein Studio mit einer Hohlkehle wirbt, heißt das schlicht: Ganzkörperbilder vor durchgehend gleichmäßigem Hintergrund sind dort möglich.

I

ISO

Der ISO-Wert beschreibt, wie empfindlich der Kamerasensor auf Licht reagiert. Ein niedriger Wert wie ISO 100 liefert die sauberste Bildqualität, braucht aber viel Licht. Höhere Werte ermöglichen Aufnahmen in dunklen Situationen, bringen dafür Bildrauschen mit – ein feines Korn, das bei starker Vergrößerung sichtbar wird. Moderne Kameras kommen erstaunlich weit, trotzdem ist ISO immer ein Kompromiss. Wenn dir jemand erklärt, warum ein Abendshooting im Winter anders kalkuliert wird als eines im Sommer, steckt oft genau dieser Zusammenhang dahinter.

J

JPEG

JPEG ist das gängigste Bildformat für fertige Fotos und das, was du nach einem Shooting in der Regel geliefert bekommst. Es komprimiert die Datei deutlich, wodurch sie handlich wird und sich überall öffnen lässt. Die Komprimierung ist allerdings verlustbehaftet: Jedes erneute Speichern verschlechtert die Qualität ein Stück. Bearbeite ein geliefertes JPEG deshalb möglichst nur einmal und bewahre die Originaldatei unverändert auf.

L

Low Key

Low Key beschreibt eine Bildgestaltung, bei der dunkle Töne dominieren und nur einzelne Bereiche gezielt beleuchtet werden. Das Ergebnis wirkt dramatisch, konzentriert und oft sehr grafisch – beliebt bei Porträts, Akt- und Business-Aufnahmen, die Ernsthaftigkeit ausstrahlen sollen. Erreicht wird das nicht durch Abdunkeln in der Nachbearbeitung, sondern durch die Lichtführung beim Shooting selbst. Wenn du dir so etwas wünschst, bring ein Beispielbild mit, denn die Umsetzung braucht eine eigene Studioplanung.

M

Model Release

Ein Model Release ist die schriftliche Vereinbarung zwischen Fotograf und abgebildeter Person darüber, wie die Bilder verwendet werden dürfen. Sie bringt zwei gegenläufige Rechte zusammen: das Urheberrecht des Fotografen und das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person. Geregelt werden üblicherweise Umfang und Dauer der Nutzung, erlaubte Medien und Gebiete, Bearbeitungsrechte und Namensnennung. Achte auf einen Punkt, der oft fehlt: ob du die Bilder selbst nutzen darfst. Ohne ausdrückliche Regelung hast du im Zweifel kein eigenes Nutzungsrecht.

Monochrom

Monochrom heißt, dass ein Bild nur aus Abstufungen einer einzigen Farbe besteht – am bekanntesten als Schwarz-Weiß, aber auch als Sepia oder Blauton. Ohne Farbe rücken Licht, Form und Ausdruck in den Vordergrund, weshalb Porträts oft unmittelbarer wirken. Ein gutes Schwarz-Weiß-Bild entsteht nicht durch Entsättigen am Rechner, sondern durch eine gezielte Umsetzung der Farbtöne in Graustufen. Wenn dir dieser Look gefällt, sag es vorab – die Lichtsetzung fällt dann teilweise anders aus.

Moodboard

Ein Moodboard ist eine Sammlung von Beispielbildern, Farben und Stichworten, die zeigt, wohin ein Shooting gestalterisch gehen soll. Es muss nichts Aufwendiges sein – ein Ordner auf dem Handy mit acht bis zehn Bildern, die dir gefallen, reicht völlig. Der Wert liegt darin, dass Wörter wie natürlich, edel oder modern für jeden etwas anderes bedeuten, Bilder aber eindeutig sind. Schick dein Moodboard vor dem Termin, dann kann der Fotograf Licht, Location und Bildausschnitte darauf abstimmen.

N

Nutzungsrecht

Das Nutzungsrecht ist die Erlaubnis, ein Foto auf eine bestimmte Weise zu verwenden, geregelt in Paragraf 31 des Urheberrechtsgesetzes. Es kann einfach sein – dann dürfen der Fotograf und weitere Kunden das Bild ebenfalls nutzen – oder ausschließlich, dann nur du. Beschränken lässt es sich zeitlich, räumlich und inhaltlich: ein Jahr statt unbegrenzt, Deutschland statt weltweit, eigene Website statt bezahlte Anzeige. Steht im Vertrag nichts Genaues, gilt der Zweckübertragungsgrundsatz und du bekommst im Zweifel nur so viel, wie der vereinbarte Zweck zwingend erfordert.

P

Paarshooting

Ein Paarshooting sind Aufnahmen von zwei Menschen ohne großen Anlass – zur Verlobung, als Kennenlern-Termin vor der Hochzeit oder einfach so. Es dauert meist ein bis zwei Stunden und findet häufig draußen statt. Viele Hochzeitsfotografen bieten es als Vorab-Termin an, und das aus einem praktischen Grund: Ihr gewöhnt euch an die Kamera, der Fotograf lernt eure Dynamik kennen, und am Hochzeitstag seid ihr deutlich entspannter. Manche Pakete enthalten es bereits.

People-Fotografie

People-Fotografie ist der Sammelbegriff für alle Aufnahmen, bei denen Menschen im Mittelpunkt stehen – vom klassischen Porträt über Paar- und Familienbilder bis zu Reportagen. Sie grenzt sich damit von Produkt-, Architektur- oder Landschaftsfotografie ab. Wer sich als People-Fotograf bezeichnet, arbeitet in der Regel viel mit Führung und Kommunikation, weil das Ergebnis stark davon abhängt, wie wohl sich die Person vor der Kamera fühlt. Für dich ist der Begriff vor allem ein Filter: Er sagt, dass Menschen und nicht Dinge der Schwerpunkt sind.

Personal Branding

Personal-Branding-Fotografie erstellt Bilder, die eine Person als Marke sichtbar machen – typischerweise für Selbstständige, Beratende, Coaches und Geschäftsführende. Statt eines einzelnen Porträts entsteht ein Set aus Aufnahmen für unterschiedliche Anlässe: Profilbild, Website-Header, Social-Media-Posts, Vortragsankündigung. Solche Shootings dauern länger, arbeiten mit mehreren Setups und Outfits und beginnen mit einem inhaltlichen Vorgespräch über Zielgruppe und Botschaft. In Hamburg liegen entsprechende Pakete häufig zwischen rund 490 und 700 Euro.

Posing

Posing bezeichnet die Körperhaltung vor der Kamera und die Anleitung dazu. Gute Fotografen erwarten nicht, dass du von allein weißt, was du mit deinen Händen machen sollst – sie führen dich durch kleine, konkrete Anweisungen, oft über Bewegung statt über starre Positionen. Schon minimale Korrekturen an Kinn, Schultern und Gewichtsverlagerung verändern die Wirkung eines Porträts erheblich. Wenn du unsicher bist, sag es gleich zu Beginn: Es ist die häufigste Rückmeldung überhaupt, und jeder erfahrene Fotograf hat eine Routine dafür.

R

RAW

RAW ist das Rohdatenformat einer Kamera: Es speichert alle Sensorinformationen unverarbeitet, ohne Schärfung, Kontrast oder Farbanpassung. Der Vorteil liegt im Spielraum bei der Bearbeitung – Belichtung und Weißabgleich lassen sich nachträglich korrigieren, ohne dass die Qualität leidet. Der Nachteil: RAW-Dateien sind groß, brauchen spezielle Software und sehen ohne Entwicklung flau aus. Deshalb geben die meisten Fotografen sie nicht heraus; was du bekommst, sind fertig entwickelte Bilder.

Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild schützt dich davor, dass Aufnahmen von dir ohne Zustimmung veröffentlicht werden – geregelt in Paragraf 22 des Kunsturhebergesetzes. Es betrifft das Verbreiten und öffentliche Zeigen, nicht das Auslösen der Kamera. Ausnahmen gibt es unter anderem für Bilder aus der Zeitgeschichte oder wenn Personen nur Beiwerk einer Landschaft sind; für Werbung gilt das praktisch nie. Ob daneben zusätzlich die Datenschutz-Grundverordnung greift, ist juristisch bis heute umstritten. Seriöse Fotografen holen deshalb eine schriftliche Einwilligung ein, die beides abdeckt.

Reflektor

Ein Reflektor ist eine helle Fläche, meist faltbar in Weiß, Silber oder Gold, die vorhandenes Licht zurück ins Motiv wirft. Damit hellt man Schatten auf, ohne eine zweite Lichtquelle aufzubauen – bei Outdoor-Shootings das wichtigste und leichteste Werkzeug überhaupt. Weiß wirkt neutral und dezent, Silber kontrastreicher, Gold wärmt den Hautton an. Wenn dich jemand beim Shooting bittet, einen großen Schirm zu halten, ist das meist genau das.

Retusche

Retusche ist die Nachbearbeitung eines Bildes nach der Aufnahme: Farbkorrektur, Aufhellen, Entfernen störender Details, Glätten von Hautunreinheiten. Wie weit sie geht, ist Verhandlungssache und gehört ins Vorgespräch. Eine Standardretusche, wie sie in den meisten Paketen enthalten ist, korrigiert Tagesform und Licht, verändert aber keine Gesichtszüge. Aufwendigere Eingriffe wie das Austauschen eines Hintergrunds oder eine ausführliche Beauty-Retusche werden bei Hamburger Studios meist mit 30 bis 60 Euro pro Bild extra berechnet.

S

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe beschreibt, wie tief der Bereich vor und hinter dem Fokuspunkt ist, der noch scharf abgebildet wird. Sie hängt von Blende, Brennweite und Abstand ab. Eine geringe Schärfentiefe hebt eine Person deutlich vom Hintergrund ab, verzeiht aber kaum Fehler beim Fokussieren – bei Gruppenbildern führt sie schnell dazu, dass die hintere Reihe unscharf wird. Wenn ihr zu mehreren aufs Bild wollt, ist das der Grund, warum der Fotograf euch bittet, auf einer Linie zu stehen.

Silhouette

Eine Silhouette entsteht, wenn das Motiv deutlich dunkler ist als der Hintergrund und nur noch als Umriss erkennbar bleibt. Dafür wird gegen das Licht fotografiert und auf den hellen Hintergrund belichtet, etwa auf einen Sonnenuntergang über der Elbe. Silhouetten erzählen Geschichten über Körperhaltung und Form statt über Gesichter, was sie bei Paar- und Hochzeitsbildern beliebt macht. Als einziges Bild eines Shootings sind sie selten sinnvoll, als Ergänzung zu klassischen Porträts aber ein starker Kontrast.

Softbox

Eine Softbox ist ein Lichtformer, der das harte Licht eines Blitzes oder einer Lampe durch ein Diffusortuch streut. Dadurch wird der Schattenverlauf weicher und Hautunebenheiten fallen weniger auf – der Grund, warum fast jedes Porträtstudio damit arbeitet. Je größer die Softbox im Verhältnis zur fotografierten Person, desto weicher das Licht. Kleine Softboxen erzeugen dagegen einen härteren, kantigeren Look, der bei Business- und Charakterporträts bewusst eingesetzt wird.

T

TFP

TFP steht für Time for Print oder Time for Pictures und bezeichnet eine Zusammenarbeit ohne Geldzahlung: Fotograf und Model bringen jeweils ihre Zeit ein und erhalten dafür Bilder, die sie nutzen dürfen. Rechtlich ist das kein Gefallen, sondern ein gegenseitiger Leistungsaustausch mit Pflichten auf beiden Seiten. Weil keine Bezahlung fließt, greift die gesetzliche Vermutung einer erteilten Einwilligung aus Paragraf 22 Kunsturhebergesetz hier gerade nicht. Ein schriftlicher TFP-Vertrag, der Nutzungsrechte, Veröffentlichung und Bearbeitung regelt, ist deshalb kein Formalismus, sondern die Grundlage.

U

Urheberrecht

Das Urheberrecht schützt das Foto als geistige Leistung des Fotografen und entsteht automatisch mit dem Auslösen – es muss nicht angemeldet werden. Aufnahmen mit erkennbarer Gestaltung gelten als Lichtbildwerk und sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt, alle übrigen Fotos als Lichtbild immerhin 50 Jahre ab Veröffentlichung. Es gibt also praktisch kein ungeschütztes Foto. Entscheidend für dich: Nach Paragraf 29 des Urheberrechtsgesetzes ist das Urheberrecht nicht übertragbar. Der Fotograf bleibt immer Urheber, du erwirbst nur Nutzungsrechte.

W

Weißabgleich

Der Weißabgleich sorgt dafür, dass Weiß im Bild auch weiß aussieht – unabhängig davon, ob die Lichtquelle warmes Glühlicht, kaltes LED-Licht oder bedeckter Himmel ist. Stimmt er nicht, kippen Hauttöne ins Orange oder Blaue. Kritisch wird es bei Mischlicht, etwa wenn in einer Location Tageslicht durchs Fenster und warmes Kunstlicht von der Decke zusammenkommen. Fotografen, die in RAW arbeiten, können den Weißabgleich nachträglich korrigieren, ohne Qualität zu verlieren.

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